Seit dem 18.10. sind die neuen Guidelines zur Wiederbelebung des ERC (European Resuscitation Council) veröffentlicht. http://www.cprguidelines.eu/2010/

Eine (vorläufige) deutsche Version der Leitlinien kann unter http://www.grc-org.de/ heruntergeladen werden.

Wichtigste Neuerungen zu den Guidelines von 2005:

- Verhältnis HDM : Beatmungen bei Erwachsenen 30:2 (ab 8 Jahren); Kinder/Säuglinge 15:2 (30:2 bei Ein-Helfer-Methode) nach 5 Initialen Beatmungen; Neugeborene 3:1 nach 5 Initialbeatmungen

- eine Atropin-Gabe im Falle einer Asystolie/PEA wird nicht mehr empfohlen

- im Falle einer VF/VT erfolgt eine gemeinsame Gabe von Cordarex und Adrenalin nach der 3. Defibrillation

- die endobronchiale Medikamentengabe wird nicht mehr empfohlen. Wenn kein i.v.-Zugang möglich ist, sollen die Medikamente intraossär gegegeben werden

- bei beaobachtetem VT/VF kann bei sofortiger Verfügbarkeit eines AED eine Serie von 3 Defibrillationen erfolgen

- Analyse/Schock kann direkt erfolgen, sobald ein AED angeschlossen wurde ohne Vervollständigung eines Reanimationszyklus

- Pausen der HDM sollen so gering wie möglich gehalten werden. Möglichst unter 5 Sekunden (auch während möglicher Ladezeiten HDM aufnehmen)

- Hyperoxämien sollen vermieden werden

- therapeutische Hypothermie nach ROSC soll angestrebt werden

Late night, brakes lock, hear the tires squeal
Red light, can’t stop, so I spin the wheel

My world goes black before
I feel an angel steal me from the
Greedy jaws of death and chance,

And pull me in with steady hands
They’ve given me a second chance,

The artist in the ambulance

Thrice – The Artist in the Ambulance – MyVideo

Erupt again ignore the pill
And I won’t let it show
Sacrifice the tortures
Orchestral tear cash-flow

Increase delete escape defeat
It’s all that matters to you
Cotton case for an iron pill
Distorted eyes
when everything is clearly dying

Burn my knees and
Burn my knees and
Burn my knees and
E-motion sickness
Addict with no heroin
E-motion sickness
Distorted eyes
when everything is clearly dying

Burn my knees and
Burn my knees and pray
Burn my knees and
Burn my knees and pray
[All my friends say]
Get up get up get up get up
Get up get up get up
Won’t you stop my pain

E-motion sickness
[To idle with an idol]
Addict with no heroin
Good things will pass
It helps with excess access
Lessons learnt

E-motion sickness
[Lost no friendship]
[Corrosive head pollution]
Lessons learned

~SILVERCHAIR~

Wir wurden vor einigen Tagen in die Anlaufstelle für Asylbewerber gerufen, ein altes Kasernengelände in denen viele sogenannte “geduldete” Personen sehr unterschiedlicher Kulturkreise darauf warten, in Deutschland unter Asyl genommen zu werden, vielleicht auch eine Arbeitserlaubnis zu erhalten oder leider wieder in ihr Heimatland zurückgeschickt zu werden.

da hier viele sehr unterschiedliche Staatsangehörigkeiten aufeinandertreffen, unter anderem aus Syrien, Irak, Iran, Lybien, Marokko, Kenia, Niger, (Ex-)-Jugoslavien, kommt es recht häufig zu Streitigkeiten bis hin zu blutigen Auseinandersetzungen. Darüber hinaus bestehen häufig unerkannte und unbehandelte Infektionserkrankungen und teilweise massive Sprachprobleme, die einen einsatz sehr schwierig gestalten konnten.

Diesmal wurden wir alarmiert, da ein etwa 2jähriges Kind aus mehreren Metern aus einem Zimmerfenster gefallen sein soll. Das NEF war mitarlarmiert.

Wir trafen aufgrund der kurzen Anfahrtstrecke schon nach wenigen Minuten ein und wurden am Pförtnerhäuschen in Empfang genommen. Hier hatte sich bereits eine rufende und schreiende Menschenmenge zusammengefunden und man wies uns den weg ins Pförtnerbüro. Neben einer Sicherheitskraft hielten sich noch zwei ausländische Männer und eine junge Frau im Zimmer auf und schrieen wild durcheinander. Auf dem Schreibtisch lag ein Kleinkind im Vor-Kindergarten-Alter und schrie auffallend.

Aus den ersten schwerverständlichen Worten erhielten wir vom vermeintlichen Vater die Information, das Kind sei aus einem Fenster gefallen, eine genaue Höhenangabe war nicht zu erhalten.

Eine erste schnelle Traumauntersuchung ergab zunächst eine Pupillendifferenz, die Lungen waren beidseits frei belüftet, die Atmung war schnell, aber regelmäßig und ausreichend tief. Es bestand eine latente Abwehrspannung des Bauches, alle Extremitäten wurden seitengleich bewegt. Eine schnell angelegte Sauerstoffsättigung ergab einen Wert von annähernd 100 % und eine Pulsfrequenz von 140 Schlägen/Min.

Es wurde eine Halskrause angelegt, die nur schwer akzeptiert wurde, der Vater wurde damit beauftragt, den Kopf des Kindes ruhigzuhalten, sodass eien einigermaßen adäquate fixierung erreicht werden konnte.

Die kleine Patientin erhielt eine Sauerstoffmaske für Kinder mit einem Flow von 10 Litern Sauerstoff pro Minute. Zur gleichen Zeit traf die Notärztin ein und führte nach kurzer Übergabe eine zweite Traumauntersuchung durch. Die anfänglich festgestellte Pupillendifferenz wurde nicht bestätigt.

Nach Entfernung der Kleidung zeigte sich in der rechten Leistenfalte eine sehr tiefe, bis ins Muskelgewebe reichende, etwa 10cm lange Risswunde. Diese wurde zugig steril abgedeckt.

Es gelang die Punktion einer Vene am linken Fußrücken mit einer Viggo der Größe 24G. Über diesen Zugang wurden altersangepasste Dosen von Ketamin und Midazolam verabreicht. Das Kind beruhigte sich zusehens und wurde spontanatmend mittels Schaufaltrage auf die vorbereitete Vakuummatratze umgelagert. Nach Verbringen in den RTW wurde zur Überwachung das EKG befestigt und eine oszillometrische Blutdruckmessung angebracht.

Unter Sonderrechten erfolgte der Transport in die unfallchirurgische Klinik mit angeschlossener Pädiatrie.

Nach Übergabe im Schockraum wurde das Material des RTW wieder zusammengebaut. Nach etwa 10 Minuten waren die Erstuntersuchungen abgeschlossen. Alle Röntgenaufnahmen und Ultraschalluntersuchungen ergaben keinen Anhalt für eine knöcherne oder abdominelle Verletzung. Bis auf die femorale Risswunde war das Kind unverletzt.

Schutzengel gibt es nur für Kinder und Betrunkene.

eine kleine Hommage an die Science-Fiction Serien unserer Jugend zur Ehrung unseres außer Dienst gehenden MTW… ;o)

Die Abenteuer des Raumschiff Bus Star

Rettungsschnuffi ist wieder da.

Neues Gewand, neue Adresse, alte Inhalte!

Nachdem ich meinen alten Blog gelöscht hatte, weil mit der Zeit immer weniger Lust zum Schreiben vorhanden war und ich leider auch sehr viel Privates und Berufliches zu tun hatte, habe ich nun beschlossen nochmal komplett neu anzufangen.

Diesmal nicht mehr ganz anonym, auch wenn die Einsatzsituationen soweit wie möglich verfälscht werden, um die Persönlichkeitsrechte der Kollegen und Patienten nicht zu verletzen.

Mein Name ist Jan Singelmann, ich bin Rettungsassistent des Malteser Hilfsdienstes in Braunschweig, besetze in der Regel Krankentransport- und Rettungswagen und habe neuerdings meine Begeisterung für Fotografie entdeckt.

Ich möchte diesen Blog nutzen, aus meiner Welt des Rettungsdienstes und von Neuigkeiten aus Braunschweig zu berichten, sowie ein paar meiner Schnappschüsse zu präsentieren.

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